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Samstag, 31. Juli 2010 

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Das Drogenlexikon für die Jackentasche: mit Lexikon der Drogensprache

Alkohol
Alkohol gehört heute neben Tabak zu den häufigsten in unserer Kultur auftretenden Suchtmitteln. Obwohl diese "gesellschaftsfähige" Droge an nahezu jeder Ecke zu haben ist, und daher zum Missbrauch einlädt, werden Alkoholabhängige in unserer Gesellschaft noch oft wie Aussätzige behandelt.

Alkohol selbst wirkt auf das Nervenzentrum in niederen Dosen erheiternd bis enthemmend, bei stärkerer Konzentration kommt es zu schwankendem Gang, Störungen des Sprechzentrums bis hin zu mentalen Ausfallerscheinungen.

Nach dem Alkoholrausch kommt es zu sogenannten "Kater" (man bemerke: Der Volksmund hat eine Bezeichnung für den Zustand nach Missbrauch dieses Suchtmittels!), der sich durch Kopfschmerzen und allerlei Muskelschmerzen auszeichnet, welche durch Milchsäure als Abbauprodukt ausgelöst werden.

Selbst bei diesem Vollrausch gehen, so Schätzungen, Hunderttausende von Gehirnzellen verloren, bei anhaltendem Missbrauch droht sogar eine Gehirnathropie.

Durch leichte Alkoholeinwirkungen kommt es ferner zu abnehmender Selbstkrititk, was die eigenen Leistungen scheinbar höher erscheinen läßt, als sie tatsächlich sind. Auch die Konzentrationsfähigkeit nimmt bereits bei geringen Mengen Alkohol ab. Bei höherer Konzentration des Alkohols wird die Enthemmung oft so weit fortgetrieben, dass es zur Entladung aggressiver Neigungen kommt. Große Überdosierungen können zu einer Lähmung des Atemzentrums und zu Herz-Kreislauf-Versagen führen!

Durch die ständige Verfügbarkeit des Alkohols kommt es zu dessen häufigen Missbrauch (bei manchen Jugendgruppen gilt der größte Rausch als Stärke!). Hierdurch lernt der Körper die auflockernde, anregende und entspannende Wirkung des Alkohols, der auch auf das "Belohnungszentrum" im Gehirn wirkt, diese Funktionen direkt mit diesem Suchtmittel in Verbindung zu bringen (wie bei jeder psychotropen Substanz!). Bei andauerndem Missbrauch kann gerade hier schnell die Abhängigkeit entstehen, da die Kontrolle allmählich verlorengeht, ohne dass man es im andauernden Missbrauch erkennt!

Fortgesetzter Missbrauch oder unbehandelte Abhängigkeit haben Langzeitfolgen wie Polyneuropathie, Pankreatitis, Speiseröhrenkrebs, Gastritis, oder Herzverfettung zur Folge. Gefahr geht insbesondere von der möglicherweise entstehenden Fettleber aus, deren Zellen nach und nach absterben, sich nicht mehr regenerieren und daher eine Leberzirrhose verursachen!

Beim Alkohol kann neben der psychischen auch die physische Abhängigkeit entstehen, bei der der Alkohol als Bestandteil der Nahrung (oftmals stellt der Alkohol einen Grossteil davon!) in den Stoffwechsel eingebaut wird.

Der Alkoholiker bleibt dies (wie jeder andere Abhängige auch) für den Rest seines Lebens, wie bei allen anderen Rauschdrogen bleibt nur die dauerhafte Abstinenz als Therapieziel, insofern sich Diskussionen über "kontrolliertes Trinken" erübrigen.
 
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