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Samstag, 31. Juli 2010 

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Das Drogenlexikon für die Jackentasche: mit Lexikon der Drogensprache

Biodrogen
Was man heute geläufig unter Biodrogen versteht, sind Nachtschattendrogen, welche in der Regel zum Tee aufgekocht und getrunken werden. Zu den Bekanntesten gehören hier Stechapfel (Datura), Engelstrompete und Tollkirsche (atropa, auch Belladonna genannt).

Die hier wirkenden Nervengifte sind hauptsächlich die Alkaloide Atropin und Skopolamin. Durch das Atropin wird der Parasympathikus, ein Nervenstrang im Sonnengeflecht (solar plexus) beeinflusst, der Herzschlag, Pupillenerweiterung aber auch die Verdauung regelt. Allgemein wird das zentrale Nervensystem angeregt. Das Herz beginnt, sehr schnell zu schlagen (über 140 Schläge/min), was bei unerkannten Herzerkrankungen lebensgefährlich sein kann!

Das Skopolamin wirkt auf das vegetative Nervensystem dämpfend, weswegen aufgrund der Wechselwirkung mit Atropin ein sehr unterschiedliches, fast individuelles Erscheinungsbild des Rausches auftreten kann.

Prinzipiell ist, neben der typischen Pupillenerweiterung, eine Hautrötung festzustellen, die visuelle Wahrnehmung verändert sich, auch zeitweilige Blindheit ist möglich. Ferner tritt eine Mundtrockenheit, ähnlich derer beim Cannabis-Konsum, auf.

Sofern die Wirkung von Atropin die des Skopolamines überdeckt, kommt es zu Halluzinationen, schnellen Bewegungsabläufen, Verwirrtheit und Singen. Durch die Wirkung des Skopolamins kommt es auch zu tranceähnlichen Zuständen, in der der Konsument zwar hellwach ist, aber scheinbar in seiner Willenskraft beeinträchtigt ist. Nicht zuletzt hierdurch scheint es möglich, dem Konsumenten tiefere Geheimnisse zu entlocken, über die er sonst nicht spricht.

Das Höchstgefährliche an diesen Drogen ist die individuelle Giftkonzentration jeder einzelnen Pflanze bzw. Frucht, die es unmöglich macht, die Rauschmitteldosis auch nur annähernd zu kontrollieren! Hierdurch kommt es oft zu Atemlähmungen oder Herzrasen, sodass die Konsumenten manchmal notärztlicher Hilfe bedürfen. Verstärkt wird dies oftmals dadurch, dass es dem unkundigen Konsumenten oftmals zu lange erscheint, bis der Rausch eintritt (3ß-45 Min.), insofern in der Annahme, man habe zu niedrig dosiert, nachgetrunken wird. Was später eintritt, ist der erste Rausch, der durch die zweite Dosierung noch gesteigert wird. Dies kann lebensgefährlich sein!
Auch Tote hat es bei solchem "Verschätzen" bereits gegeben.
 
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