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Sonntag, 05. Februar 2012 
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Biodrogen

Was man heute geläufig unter Biodrogen versteht, sind Nachtschattendrogen, welche in der Regel zum Tee aufgekocht und getrunken werden. Zu den Bekanntesten gehören hier Stechapfel (Datura), Engelstrompete und Tollkirsche (atropa, auch Bella­donna genannt).

Die hier wirkenden Nervengifte sind hauptsächlich die Alkaloide Atropin und Skopolamin. Durch das Atropin wird der Parasympathikus, ein Nervenstrang im Sonnengeflecht (solar plexus) beeinflusst, der Herzschlag, Pupillenerweiterung aber auch die Verdauung regelt. Allgemein wird das zentrale Nervensystem angeregt. Das Herz beginnt sehr schnell zu schlagen (über 140 Schläge/min), was bei unerkannten Herzerkrankungen lebensgefährlich sein kann! Das Skopolamin wirkt auf das vegetative Nervensystem dämpfend, weswegen aufgrund der Wechselwirkung mit Atropin ein sehr unterschied­liches, fast individuelles Erscheinungsbild des Rausches auftreten kann. Prinzipiell ist, neben der typischen Pupillenerweiterung, eine Hautrötung fest­zustellen, die visuelle Wahrnehmung verändert sich, auch zeitweilige Blindheit ist möglich. Ferner tritt eine Mundtrockenheit, ähnlich derer beim Cannabis- Konsum, auf. Sofern die Wirkung von Atropin die des Skopolamins überdeckt, kommt es zu Hallu­zinationen, schnellen Bewegungsabläufen, Verwirrt­heit und Singen.

Durch die Wirkung des Skopolamins kommt es auch zu tranceähnlichen Zuständen, in der der Konsument zwar hellwach ist, aber scheinbar in seiner Willens­kraft beeinträchtigt ist. Nicht zuletzt hierdurch scheint es möglich, dem Konsumenten tiefere Geheimnisse zu entlocken, über die er sonst nicht spricht.

Das Höchstgefährliche an diesen Drogen ist die individuelle Giftkonzentration jeder einzelnen Pflanze bzw. Frucht, die es unmöglich macht, die Rauschmitteldosis auch nur annähernd zu kontrol­lieren! Hierdurch kommt es oft zu Atemlähmungen oder Herzrasen, sodass die Konsumenten manchmal notärztlicher Hilfe bedürfen.

Verstärkt wird dies oftmals dadurch, dass es dem unkundigen Konsumenten oftmals zu lange er­scheint, bis der Rausch eintritt (30-45 Min.), und dann, in der Annahme, man habe zu niedrig dosiert, nachgetrunken wird. Was später eintritt, ist der erste Rausch, der durch die zweite Dosierung noch ge­steigert wird. Dies kann lebensgefährlich sein! Auch Tote hat es bei solchem "Verschätzen" bereits gege­ben. s.a. Nachtschattengewächse

 

 
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