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Sonntag, 05. Februar 2012 
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Kokain

Kokain hat nach Morphium das größte Sucht­potenzial. Es wird gewonnen durch Extrahierung aus den Blättern des Koka-Strauches (Erythroxolon coca). Diese Sträucher werden angebaut in Südame­rika, Indonesien und Malaysia. Auch hier hängt die Konzentration der Droge von der mittleren Tempe­ratur während der Reifung ab. Ideale Bedingungen sind hierbei 15-20 Grad und eine Höhe von etwa 600-1800 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Kokablätter werden vier Mal im Jahr geerntet, und dann auf dem gestampften Lehmboden zum Trocknen gelagert, später zu Ballen (wie Tabak) geschnürt.

In vorchristlicher Zeit war Koka schon im Nordosten Südamerikas in Gebrauch. Angeblich gab es schon 5000 v. Chr. Kokasträucher in den Anden von Ecuador. Um 1500 v. Chr. war es in Peru als Grab­beigabe und zu religiösen Riten in Gebrauch, später gab es Koka nur für ausgewählte Mitglieder der Inka-Kaste.

Während der Eroberung Perus durch die Spanier (1531-1533) war das Koka-Kauen weit verbreitet. Im Bericht des Auguste Zärate an den König wird erwähnt, dass die Arbeiter 36 Stunden ohne Essen und Schlaf arbeiteten. 1572 wurde Koka dann von den Spaniern verboten, dann aber nach Abfallen der beschriebenen "Leistungen" jedoch schnell wieder erlaubt.

Die erste chemische Isolierung des Kokains gelang 1860 durch Niemann, die erste synthetische Herstel­lung erfolgte 1902. Auch Freud gab sich von den Wirkungen begeistert, man vermutet, dass ihm vieles aus dem Inneren des Menschen unter der Einwir­kung von Kokain bewusst wurde.

Ab 1886 war zahlreicher Kokainismus in Deutsch­land zu verzeichnen, bis 1903 war die Droge sogar in der Coca Cola enthalten. Auch im WK I wurde Kokain oftmals von französischen Jagdfliegern geschnupft.

Wirkung: Betäubung der Nervenganglien, was zur Reizunempfindlichkeit führt (Gefahr durch Nicht-Fühlen eventueller Alarmzeichen des Körpers!). Durch das hieraus erfolgende Kribbeln unter der Haut wird vom Gefühl der Insekten unter der Haut berichtet. Die Pupillen erweitern sich, der Augapfel tritt hervor. Der Puls steigt, gelegentlich treten Läh­mungen auf, die Magenschleimhaut wird betäubt, die Neigung zu Hirnblutungen steigt!

Beim Erstkonsum treten häufig Angstzustände auf, die jedoch auch bei späterem Konsum erlebt werden können. Hunger und Durst werden verdrängt, die sexuelle Lust sowie der Bewegungsdrang steigen, es tritt ein "Höhenflug" ein (Gefühl "mir kann keiner"). Bei größeren Mengen kommt es zu Halluzinationen und Euphorie.

Beim Abklingen des Rausches werden oft Depres­sionen beobachtet, was die Gefahr von Suiziden erhöht!

 

 
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